Rezension | Roman

Rezension: Mädchen für alles – Charlotte Roche *

27. Dezember 2015

Eine Geschichte über das ungeschönte Leben einer überforderten Mutter, die Erwartungshaltung einer Gesellschaft und das Ganze gespickt mit Witz.

Info:

maedchen fuer alles charlotte roche piper verlag
©Piper Verlag

Titel: Mädchen für alles*
Autor: Charlotte Roche
Verlag: Piper Verlag
Preis:14,99 €**
Seiten: 240
Meine Wertung: 3 von 5 Sternen


Inhalt

Das Buch „Mädchen für alles“ handelt von Christine, deren Leben nach außen perfekt wirkt, es aber überhaupt nicht ist. Sie befindet sich in einer Dauerschleife der Langeweile. Als dann die junge und aufgeschlossene Marie in Christines Leben kommt, möchte Christine endlich raus aus ihrem persönlichen Albträum. Marie ist ihr „Mädchen für alles“ – sie kocht, backt, wäscht und ist heiß. Gemeinsam wagen sie ein Abenteuer, der besonderen Art.

Cover

Das Cover zeigt das Gesicht einer Frau. Die Augen aufgerissen, den Mund leicht geöffnet – vielleicht ein bisschen überrascht. Durch das kräfte Rot, wird das Buch nicht übersehen – es ist auffällig, anders und auffordernd – genauso wie das Buch.

Charaktere

Die Protagonisten Christine ist mit ihrem Leben wirklich nicht zurfrieden. Sie wirkt auf mich depressiv und unglaublich unglücklich. Hinter ihr liegt anscheinend eine interessante Vergangenheit. Sie versucht zwar irgendwie in die Gesellschaft zu passen, tut es aber nicht. Christine ist sehr viel mit sich selbst beschäftigt und hat keinerlei Interesse an ihrem Mann oder an ihrer Tochter. Sie wirkt überfordert (mit ihrer Tochter und dem Leben), platt und ausgelaugt.

Jörg versucht alles um seine Frau Chrstine zu unterstützen, wirkt aber nicht so als würde er noch wirklich glücklich mit Christine sein, sondern als wollte er einfach, dass das – nach außen so perfekte Eheleben – aufrecht bleibt.

Marie ist jung, ein bisschen naiv und hübsch. Sie ist das „Mädchen für alles“ und man merkt ziemlich schnell, dass sie sich zu Christine hingezogen fühlt.

Mein Fazit

Ich habe bisher nur „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche gelesen, konnte somit aber ungefähr abschätzen was auf mich mit ihrem neuen Roman „Mädchen für alles“ zu kommt. Nach den ersten paar Seiten, war ich dann aber ein bisschen verwirrt oder auch verwundert, denn die ersten paar Seiten klingen tatsächlich ganz harmlos.
Ungefähr ab der Mitte des Buches kommt dann die gute alte Charlotte Roche Art durch, die mir persönlich wirklich gut gefällt.
Mit Christine als Charakter habe ich so meine Probleme, zwischendrin kann ich sie super verstehen und dann kommt wieder eine totale Unverständnis auf – sie ist nicht wirklich sympathisch (zumindest für mich nicht), aber sie passt zu dem Buch und das ist die Hauptsache.
Ich mag offene Bücher und Autoren, die über Themen schreiben, die sonst totgeschwiegen werden. Aus diesem Grund hat mir „Mädchen für alles“ wirklich gefallen – bis der Schluss kam.
Der Schluss kommt mir so vor, als würde man alles reinpacken wollen. Hier wäre meiner Meinung nach weniger (wenigstens ein bisschen) ist mehr.
Wegen dem Schluss und einer Hauptperson, die ich manchmal gerne kräftig durchschütteln möchte, gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen und empfehle es jedem weiter, der gerne mal einen Roman liest, der nicht Mainstream ist.

Die Autorin Charlotte Roche

Charlotte Roche wurde 1978 in England geboren. Sie wurde sowohl mit dem Grimme-Preis als auch mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Ihre beiden Romane „Feuchtgebiete“ und „Schoßgebete“ lösten heftige Debatten aus und wurde erfolgreich verfilmt. Charlotte Roche lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Köln.

 


 

*Rezension Exemplar – Das Buch wurde mir vom Verlag kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Ich vertrete allein meine Meinung.
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